Herausforderungen für Ausbildungsbetriebe

Während Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hatten, sich die unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten und Dualen Studiengänge erklären zu lassen, nahm Roland Lüders-Lill von der Einheitlichen Ansprechstelle (EAA) im Waldeck-Frankenberg anderweitig Kontakt zu den Arbeitgebenden auf, um mit Ihnen aus einem anderen Blickwinkel ins Gespräch zu kommen (wie hier beim Jobday in Korbach am 28. Mai 2026).

Eingeladen zu den Ausbildungsmessen hatte wieder die Bundesagentur für Arbeit in Korbach zusammen mit der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg und der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg. Arbeitgebende aus dem produzierenden Gewerbe, aus den Bereichen Medizin und Pflege, Gastronomie und Einzelhandel, aus Behörden, Stadtverwaltungen und Banken stellten sich den Jugendlichen vor. Auch die Polizei und die Bundeswehr beantwortete viele Fragen von potenziellen Bewerbern.

Die EAA ließ sich von den Ausbildungs- oder Personalleitenden nicht ohne eine gewisse Tiefe erklären, wie die gegenwärtige Ausbildungssituation bei den verschiedenen Arbeitgebenden ist. Deutlich wurde, dass sich in den letzten Jahren die Ausbildungssituation verschlechtert habe: Ausbildungsplätze blieben unbesetzt, und Jugendliche seien psychisch belasteter und hätten mehr Schwierigkeiten, „bei der Stange zu bleiben“. Gründe sehen die Vertreter zum einen an den Spätfolgen der Corona-Pandemie, in welcher Schulschließungen die Jugendlichen aus dem Tritt gebracht hätten. Zum anderen wurde ein hoher Konsum an Gaming und Social Media kritisiert, der den Jugendlichen den Blick „auf das wahre Arbeitsleben“ nehmen würde. Dennoch zeigten sich die Ausbildungsbetriebe verhalten optimistisch beim Feststellen, dass Jugendliche in der Regel nicht „faul“ seien.

Auch wenn Arbeitgebende jetzt schon für 2027 Auszubildende suchen, sind einige Ausbildungsplätze für 2026 noch nicht belegt. Bei Bewerbern seien Schulabschlüsse nicht mehr so relevant wie noch im letzten Jahrzehnt, sondern die “Chemie“ müsse stimmen. Ganz im Gegenteil würden hohe Schulqualifikationen oft ein ungewünschtes Verlassen der Unternehmen zwecks Studium nach sich ziehen. Nicht nur unter diesen vielen Aspekten setzte die EAA an, das Thema „Ausbildung von schwerbehinderten oder förderbedürftigen Jugendlichen“ zu vertiefen und Arbeitgebende zu sensibilisieren, welche Auswirkungen Schwerbehinderungen haben können oder gar nicht haben und wie ein tragfähiges Ausbildungsverhältnis gestaltet werden kann (Stichwort Fachpraktiker-Ausbildung und sonstige Begleitungsmöglichkeiten, Stichwort Arbeitsplatzgestaltung und -ausstattung). Arbeitgebende wurden breit gefächert über verschiedene Fördermöglichkeiten informiert. Konkret wurden die für 2026 noch nicht besetzten Ausbildungsplätze besprochen, die die EAA anschließend in sein Netzwerk gestellt hat.

Einige Arbeitgebende haben für die Zeit nach den Messen Interesse an intensiveren Beratungen bekundet, da es auch unter den aktuell Auszubildenden Schwierigkeiten gebe oder sogar Abbrüche drohen würden. Hier setzte die EAA im Austausch an, in noch folgenden Gesprächen mit den Unternehmen Details zu den Ausbildungssituationen zu erarbeiten, ob mit Hilfe der Agentur für Arbeit, des Integrationsamtes, des Integrationsfachdienstes, der verschiedenen Kammern oder durch breit gefächerte psychosoziale Unterstützung Ausbildungsabbrüche verhindert werden können.

Nachdem die EAA im Landkreis Waldeck-Frankenberg in den ersten Jahren seit seiner Entstehung viel Vorarbeit von der Vorgängerin Josephine Rohe erfahren durfte, bekommen die Arbeitgebenden nun durch Roland Lüders-Lill weiterhin ein Gesicht.

 

EAA-Fachberater
Roland Lüders-Lill
Telefon: 06451 724335
Mobil: 0173 4575 145
E-Mail: lueders-lill@treffpunkte-wa-fkb.de

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Die Besucherinnen und Besucher der Ausbildungsmesse (Foto: Astrid Rau)
Roland Lüders-Lill berät Arbeitgeber als EAA-Fachberater im Landkreis Waldeck-Frankenberg